Sonntag, 27. Februar 2011
Jeder ist seines Glückes Schmied - aber wer hat heutzutage schon noch einen Amboss?
Der heutige Eintrag beschäftigt sich mit dem Thema "Glücklich sein".
Mit dem Glück ist es eine so seltsame Sache. Damit meine ich viel weniger soetwas wie "Glück" als das Gegenteil von "Pech", als viel mehr das Vorhandensein des eigenen Lebensglücks. Dabei hat jeder Mensch eine eigene Auffassung von Glück und manche suchen ihr Glück sogar im Unglück.
Das kann so aussehen, dass sie eine sehr lange Zeit jemandem hinterherlaufen den sie lieben, von dem sie aber genau wissen, dass er ihre liebe nie erwiedern wird. Auch gibt es die Leute, die sehen das sie unglücklich sind und wissen was sie tun müssten um glücklich zu sein, es aber einfach nicht gebacken kriegen, diese Dinge in Angriff zu nehmen.
Die tragischste Form dieser Spezies findet sich allerdings in den Menschen, die glauben, dass andere Menschen für ihr Glück zu sorgen haben. Immer wieder begegne ich Menschen in meinem Umfeld die so denken. Selbstverständlich gibt es Menschen, die einen großen Einfluss auf das eigene Glück haben, aber wie unfair ist es andere dafür verantwortlich zu machen, dass man selbst nicht glücklich ist?
Schlimm wird es dann, wenn eine Beziehung im Spiel ist. Eine Beziehung in der ein Partner sein Glück vom anderen abhängig macht kann auf dauer nicht gut gehen. Für eine funktionierende Beziehung ist es notwendig, dass beide Partner ihr eigenes Glück schaffen können um den anderen daran teilhaben zu lassen. Es ist schon schwer genug für einen Menschen sein eigenes Glück zu finden, aber alleine für das Glück von zwei Menschen zu sorgen ist so gut wie unmöglich.
Genauer wird das übrigens in dem Kinofilm "Keinohrhasen" erläutert.
Die verschiedenen Formen des Glücks, oder vielmehr die Formen in denen es anzutreffen sind, also Glück in der Liebe, im Beruf oder Glück mit Geld sind vielschichtig und reich facettiert. Was für den einen schon ein riesen Glück ist, kann für den anderen selbstverständlich sein. Hier kann man keine generelle Aussage treffen. Auch was das Lebensglück betrifft verhält es sich ähnlich.
Oft hört man, vor allem von Menschen höheren Alters, Worte wie:
"Hauptsache wir sind Gesund"
oder
"Was will ich mehr ausser meiner Gesundheit"
Und oft scheint uns diese Aussage viel zu Simpel, als das wir sie mit Lebensglück in Verbindung bringen könnten. Man muss auch eingestehen, dass die Probleme des Alltags ein Wald sind, durch den man die simplen Dinge kaum noch zu sehen bekommt. Aber wenn wir uns mit der Frage beschäftigen "bin ich glücklich?", dann sollten wir stets beachten, dass das Glück viele Farben hat und jede einzelne sollten wir wertschätzen, sei sie auch noch so blass.
Zum Ende des aktuellen Beitrags stelle ich diesmal einen Link zu einem Video.
Julian Heun - Eis essen
Dabei handelt es sich um ein Gedicht von Julian Heun, das sich mit dem Thema Glück beschäftigt. Dem ein oder anderen wird das Gedicht gefallen, manchen auch nicht. Ich bin mir allerdings sehr sicher, dass es jeden von uns irgendwie ansprechen wird.
Euer Lear
Samstag, 8. Januar 2011
Kennst du das?
Kennst du das?
Man nennt dich immer wieder dumm,
und irgendwie beginnst du leise,
auf irgendeine Art und Weise,
wie ein flüstern,
für den Tauben,
es irgendwann zu glauben.
Helfen sie dann?
Können sie dir helfen?
Die guten Noten die du sammelst,
die klugen Sätze die du stammelst?
Das wohl kaum.
Denn überall hörst du Gebrumm,
das dir sagt, du seiest dumm.
Kennst du das?
Man nennt dich immer wieder schwach.
Und irgendwie beginnst du leise,
auf irgendeine Art und Weise,
wie ein flüstern
für den Tauben,
es irgendwann zu glauben.
Hilft es dann?
Kann es dir helfen?
Zu wissen das du niemals weinst,
Stets nur sagst was du auch meinst?
Das wohl kaum.
Denn jeder steckt dich in dies Fach,
und sagt dir stets, du seiest schwach.
Kennst du das?
Man nennt dich immer wieder faul.
Und irgendwie beginnst du leise,
auf irgendeine Art und Weise,
wie ein flüstern
für den Tauben,
es irgendwann zu glauben.
Hilft es dann?
Kann es dir helfen?
Zu wissen was du schon geschafft,
dich stets hast wieder aufgerafft?
Das wohl kaum.
Denn alle reißen auf das Maul,
und sagen dir, du seiest faul.
Kennst du das?
Man nennt dich alle diese Sachen,
doch du verzichtest, gar nicht leise
auf jede nur erdenklich Weise,
spielst nun absichtlich den tauben,
darauf es ihnen auch zu glauben.
Das hilft dann!
Das kann nur helfen!
Ignoriere was sie sagen,
mögen sie noch so an dir nagen.
Du bist du.
Und ihre Rufe nicht dein leid,
sondern Neid.
Lear
Dienstag, 14. Dezember 2010
Entscheidungen
Es gibt Menschen, die sich ewig vor einer Entscheidung drücken können. Das glauben sie zumindest. Aber in Wirklichkeit ist jeder Tag an dem wir vor einer wichtigen Entscheidung davonlaufen ein vergeudeter Tag.
Eine meiner lieblings Theorien zum Thema Entscheidung ist, wie vielleicht einigen meiner engsten Freunde bekannt sein dürfte, das Entscheidungen nur Schall und Rauch sind. Da ich an das Schicksal Glaube stelle ich mir Entscheidungen immer als eine Weggabelung vor. Wir "Entscheiden" uns eine Richtung einzuschlagen. Damit verschwindet die Möglichkeit den anderen Weg zu wählen. Und just in diesem Moment, wird aus einer Weggabelung eine gerade Strecke.
Einerseits finde ich diese Annahme überaus tröstend. Denn jedesmal wenn ich einen Fehler mache oder glaube, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, sage ich mir, das ich nur das große ganze betrachten muss, um aus einer falschen Entscheidung eine Weiche für ein ganz bestimmtes Ziel zu machen.
Andererseits finden viele Menschen die Vorstellung vom Schicksal überaus beunruhigend. Oft wird es als Käfig beschrieben und angesehen. Als klare Linie, aus der wir Menschen immer auszubrechen versuchen. Aber das Schicksal erhält gleich einen viel angenehmeren Tonus, wenn wir an seiner Stelle das Wort "Bestimmung" einsetzen. Wenn wir sagen: "es ist meine Bestimmung...." so sagen wir das oft mit Stolz und Zuversicht.
Ich kann verstehen, dass man dem Schicksal stets mit Argwohn entgegensieht, doch es kann auch überaus tröstend sein zu wissen, dass man eines hat.
Der heutige Eintrag ist überaus kurz und, sind wir ehrlich, relativ nichtssagend. Aber ich habe die Entscheidung getroffen es dabei zu belassen. Vielleicht nimmt der ein oder andere sich die Zeit, um das große Ganze zu betrachten und vielleicht wird dieser Text irgendwann für den, der ihn liest, noch wichtig sein. Vielleicht erinnert er sich in einem Moment der falschen Entscheidung daran und merkt, dass schlecht, nicht immer gleich schlecht ist.
Das heutige Statement stammt aus "The Matrix" und ich kann nicht sagen, ob es auch tatsächlich so lautet, da ich es schon lange nicht mehr gehört habe. Aber der Grundgedanke sollte erkennbar sein:
"Wünsche dir niemals das etwas anders ist. Nicht vor- und nicht zurückblickend. Akzeptiere dein Schicksal nicht. Liebe es!"
Lear
Montag, 6. Dezember 2010
Dankbarkeit
Danke, beziehungsweise das Gefühl ehrlicher, aufrichtiger Dankbarkeit sind, wie gesagt, Teil dieser Wortart. Dabei ist es gar nicht so schwer es ehrlich zu meinen. Denken wir nur kurz darüber nach, wofür wir wirklich dankbar sind, so huscht bei den meisten ein, und darauf würde ich wetten, ein Lächeln über die Lippen.
Den heutigen Eintrag möchte ich nun, nachdem ich darauf aufmerksam gemacht habe wie leicht Worte abnutzen können, dazu nutzen, meine Dankbarkeit auszudrücken.
Ich bin dankbar für die wenigen die ich meine wahren Freunde nenne. Ich kenne mit Sicherheit viele Menschen die mir freundschaftliche Gefühle entgegen bringen, wahrscheinlich in etwa so viele wie die, die das Gegenteil empfinden, doch nur von wenigen behaupte ich, dass sie meine wahren Freunde sind.
Namen nenne ich letztendlich nicht, da ich mir sehr sicher bin, dass die Personen die ich meine dies genau wissen.
Ich bin dankbar, für meinen bisherigen Lebensweg der, trotz der ein oder anderen Bruchlandung, doch mehr positiv als negativ war.
Ich bin dankbar, dass ich aus all meinen bisherigen Fehlern lernen konnte, und hoffe das ich sie nicht wieder machen werde.
Ich bin dankbar für jeden Menschen den ich kennen lernen durfte und das ich, zumindest einen Teil ihres Weges teilen durfte.
Ich bin dankbar, dass ich mein Leben in der Hand habe und es planen kann, so dass ich am Ende nur mir gegenüber Rechenschaft ablegen muss.
Und ich bin dankbar, für meine Freundin. Die mich unterstützt und für mich da ist, die mich auf den Boden der Tatsachen holt wenn es nötig ist, die mich wegen meiner Qualitäten schätzt und wegen meiner Macken liebt. Die ich liebe und die, wie ich genau weiss, ein seeliges Lächeln auf den Lippen hat während sie diese Zeilen liest.
Der heutige Eintrag war ein wenig übertrieben zuckrig, das gebe ich gerne zu. Doch letztendlich nutze ich diese Möglichkeit um zu sagen was gesagt werden muss.
Für jene, die mit meinen Danksagungen nicht viel anfangen können, sei doch wenigstens die Botschaft wichtig, das Worte abnutzen wenn man sie zu oft aus den falschen Gründen sagt. Wenn wir nachdenken bevor wir sprechen, bleiben unsere Emotionen glaubhaft, egal welcher Art sie sind.
Für das Ende des heutigen Eintrags fällt mir folgendes Gedicht von Goethe ein:
Worte sind der Seele Bild –
Nicht ein Bild! sie sind ein Schatten!
Sagen herbe, deuten mild,
Was wir haben, was wir hatten. –
Was wir hatten, wo ist's hin?
Und was ist's denn, was wir haben? –
Nun, wir sprechen! Rasch im Fliehn
Haschen wir des Lebens Gaben.
(Rhein und Main, Aussicht,
den 16. August 1815)
Lear
Donnerstag, 2. Dezember 2010
Tempus fugit...
Um ehrlich zu sein hatte ich auch schon den ein oder anderen Versuch diese Woche, einen Eintrag zu Stande zu bringen. Aber spätestens ab Zeile 17 habe ich den kompletten Eintrag wieder gelöscht. Diese Gefahr droht auch hier noch, aber ich versuche diesmal durchzuhalten, weil mir eine bestimmte Person sonst garantiert ein schlechtes Gewissen macht.
Was mir immer durch den Kopf ging, sobald ich diese Woche angefangen habe zu schreiben, war ein einziger Satz und obwohl ich damit riskiere die Stimmung dieses Blogs ins bodenlose zu stürzen muss ich ihn mir von der Seele schreiben:
"Er starb an einem Freitag morgen und hätte es schön gefunden wenn er gesehen hätte, wie weiss draußen alles war."
Eigentlich ein schöner Satz, der gut für das Ende eines Filmes passen würde. Und trotzdem negativ behaftet, da er so stark mit dem Verlust einer Person zusammenhängt, die mir und auch meiner Familie sehr viel bedeutet hat. Darum soll der erste Teil des Eintrags dem Gedächtnis an meinen Großvater gewidmet sein.
Kurt Dreßler † 26.11.2010
Es tut gut sich das von der Seele geschrieben zu haben, auch wenn es mehr als persönlich ist und ich von solchen Dingen eigentlich Abstand halten wollte.
Aber nun ist es raus und ich hoffe die wenigen Leser dieses Blogs können es mir verzeihen.
Ich merke gerade das ich bereits weit über Zeile 17 hinaus bin, was wohl bedeutet das dieser Eintrag tatsächlich eine Chance darauf hat veröffentlicht zu werden.
Falls es euch bis hier hin zu traurig war, kann ich nicht versprechen das es besser wird. Denn der restliche Eintrag wird sicher nicht sehr lang aber ich möchte noch ein paar dinge loswerden, da ich sonst Angst habe sie spuken mir für alle Ewigkeit durch den Kopf.
Am wichtigsten dabei ist es mir, ein paar kurze Worte über Zeit zu verlieren. Zeit ist eine dieser fantastischen Ressourcen deren Menge wir zu beginn unseres Lebens nicht im Ansatz überblicken können. Aber irgendwann wird uns klar, dass alles, egal was es auch ist, ein Ende hat. Mir fällt dazu ein Film ein den ich gern einmal wieder sehen würde. "Mr. Magoriums Wunderladen". Dabei geht es um einen Spielzeughersteller der von sich selbst behauptet schon über 250 Jahre alt zu sein und in New York einen Laden besitzt. Irgendwann sagt er, mit einem grinsen auf dem Gesicht:
"Ich habe mich einmal in ein wunderschönes paar italienische Schuhe verliebt und mir davon so viele Paare gekauft, dass es für mein Leben lang reicht. Dies hier ist mein letztes Paar."
Natürlich ist es keinem von uns vergönnt über 250 Jahre alt zu werden. Aber ich für meinen Teil werde das auch nicht nötig haben. Denn auch hierzu fällt mir ein Zitat ein, dessen Ursprung ich nicht mehr kenne, das sich aber perfekt an das Ende dieses Eintrags anpassen lässt.
"Warum die Qualität des Lebens an der Anzahl der Jahre messen und nicht daran, wie schön diese Jahre waren."
Und wenn bald das neue Jahr anbricht, dann nehmt all diese 31.536.000 neuen Sekunden und versucht wenigstens die Meisten davon zu genießen.
LearMontag, 29. November 2010
Die Angst vorm leeren Blatt oder so....
Der Vorteil in der heutigen Zeit ist der, das man mit seiner Unzulänglichkeit nicht in Form von zusammengeknülltem Papier, das überall auf dem Boden herumliegt, konfrontiert wird. Es bleibt lediglich das beissende Gefühl etwas nicht vollendet zu haben.
Eigentlich hatte ich vor aus diesen Gründen noch einen oder zwei Tage zu warten bis ich mich wieder dransetze, aber wenn ich es aus guten Gründen schleifen lasse, lasse ich es auch bald aus schlechten Gründen schleifen. Dieser letzte Satz und der Titel des heutigen Eintrags sind mehr oder weniger wörtliche Zitate eines Freundes und ich hoffe er vergibt mir das meine Fantasie nicht ausreicht mir heute etwas eigenes Auszudenken, aber tatsächlich ist "Die Angst vorm leeren Blatt" das einzige über das ich mit gutem Gewissen schreiben kann.
Wenn man sich die Thematik des leeren Blattes mal genauer ansieht, so scheint sie im ersten Moment weniger elementar als vielleicht die Angst vor dem Tod, die Angst im Dunkeln oder die Angst vor Spinnen. Dies sind nur willkürliche Ängste von denen man öfter hört und die einem Menschen, der diese nicht teilt, sicherlich nicht rational vorkommen. Die Angst vor dem leeren Blatt ist allerdings eine, die sicherlich jeder schoneinmal hatte. Vielleicht ging es dabei nur indirekt darum, einen Text zu vollenden als vielmehr darum, keine Spuren zu hinterlassen. Dieses Gefühl kommt nicht oft, aber wenn es da ist, dann beisst es sich oft fest und lässt uns nur schwer wieder los. Wie oft seid ihr schon bei der Arbeit gewesen oder in der Schule, dem Studium oder was auch immer und habt euch nach dem Sinn gefragt von dem was ihr tut. Habt euch gefragt, "wird sich irgendwer dafür an mich erinnern?".
In so einem Fall hilft es mir häufig zu überdenken, welche Prioritäten man sich selbst im Leben setzt. Will ich etwa, dass jeder meinen Namen kennt? Dann wäre eine Schauspielkarriere mit sicherheit etwas erstrebenswertes. Aber sehen wir den Tatsachen ins Auge, die meisten die so etwas Anfangen enden mit einem "Almost Famous" T-Shirt in einer Ein-Zimmer Wohnung und hoffen, dass sie ihren Zweitjob nicht verlieren. Ist es andererseits so erstrebenswert die Welt zu verändern? Ich fürchte hier müssen wir der tatsache ins Auge sehen, dass nur wenigen diese Gelegenheit geboten wird. Erzwingen lässt sich soetwas kaum. Ihr könnt es gerne versuchen, aber ich fürchte nach wenigen Jahren wird euch eher das Gefühl der unfähigkeit auffressen. Jenen die dies mit einem Kopfschütteln lesen sei gesagt, es ist meine Meinung wenn ich sage: Die Welt lässt sich nicht von einzelnen Verändern.
Ich für meinen Teil bekämpfe die "Angst vorm leeren Blatt" mit einem einfachen Gedankenspiel. Der erste Schritt dabei ist sich das eigene Alter ins Gedächtnis zu rufen. Ich bin noch sehr Jung. Mir bleibt, mit etwas Glück, also noch einiges an Zeit Spuren im Sand zu hinterlassen. Der Zweite Schritt ist sich umzudrehen um nachzusehen, ob man die vielleicht bereits hinterlassen hat. Auch auf steinigen Wegen hinterlässt man Spuren.
Der letzte Schritt ist in die Zukunft zu blicken und sich zu überlegen ob man ein Ziel hat und ob man darauf zusteuert. Viele Spuren kommen von ganz alleine, wenn man dazu Bereit ist fester aufzutreten.
Es mag immer wieder vorkommen das man ein leeres Blatt anstarrt und sich davor fürchtet etwas anzufangen. Eine Geschichte zu schreiben und zu fürchten niemand findet sie interessant genug sie zu lesen. In solchen Momenten ist es ein schönes Gefühl sich zu sagen:
"Hey, das ist meine Geschichte und du kannst verdammt nochmal stolz darauf sein, dass ich dich daran teilhaben lasse!"
Lear
Montag, 22. November 2010
Viele Wege führen nach Rom...
Das Thema des heutigen Eintrags lautet: "Viele Wege führen nach Rom...". In gewisser Weise knüpfe ich damit an das finale Statement des letzten Eintrags an das da lautete:
"All die Ereignisse in unserem Leben die uns prägen, seien sie nun positiver oder negativer Natur, sind doch letztendlich Pflastersteine die uns den Weg ebnen. Der ein oder andere mag nicht allzu hübsch sein, und vielleicht erinnern wir uns auch nicht mehr genau daran wie die Steine aussehen, die wir vor einer ganzen Weile gelegt haben, aber wenn man sich am Ende des Weges umdreht, sich den Weg nochmal ansieht, den man hinter sich hat und nicht überwiegend des Bedauerns wegen weint, kann man das ganze schon als Sieg verbuchen."
Im heutigen Eintrag möchte ich mir gerne den letzten Abschnitt meines Weges nocheinmal genauer ansehen. Was aufgrund meines aktuellen Studiums einen interessanten Zusammenhang bietet. Karten jeder nur erdenklichen Art waren ein Hauptbestandteil der letzten 3 Jahre meines Lebens. Ich analysiere sie, korrigiere sie, erschaffe sie selbst. Ich bereite damit den Weg für viele andere die sich ihres Weges nicht sicher sind. Im wahrsten Sinne des Wortes denn als Teil dieser kartographischen Welt versteht man viel leichter die Zusammenhänge einzelner Ereignisse oder Zustände und kann dieser Wissenschaft den nötigen Respekt entgegen bringen, den sie verdient hat.
Erwähnt man seinen Beruf gegenüber Personen, die dieses Verständnis nicht aufbringen können, so beginnt man irgendwann ein riesiges Fragezeichen zu sehen das über ihren Köpfen schwebt. Zusammen mit Fragen wie "Was? Das kann man studieren?" oder "Was? Diesen Beruf gibt es noch?". Wobei die interessanteste Reaktion keine Frage sondern eine Aussage ist die da wäre: "Was? Das braucht doch kein Mensch mehr!"
Eigentlich ist das wirklich schade, denn in was für einer Welt würden wir leben, wenn es keine Kartographen geben würde. Am Rand historischer Karten findet man oft den Schriftzug "Terra Incognita", das unbekannte Land, oder "Hier seyen Drachen", was soviel bedeutet wie "Da waren wir noch nicht aber ist sicher echt böse da!" Stellen wir uns nur einmal vor, alle Karten würden von heute auf morgen völlig verschwinden. Luft- und Schiffsverkehr würden zum Erliegen kommen und der Straßenverkehr, zumindest der auf deutschen Autobahnen würde völlig zum Stocken geraten (Leute die nicht wissen wohin neigen zur Panik). Der Güterverkehr würde aufhören zu existieren, da keiner mehr wüsste wo die Güter hin müssen. Auf einmal wäre überall um uns herum eine neue Terra Incognita und alles voller Monster.
Und auf einmal wüssten die Menschen, was sie der Kartographie verdanken.
Vor allem aber finde ich schade, dass in einer Welt, in der so wenige den Weg kennen der vor ihnen liegt, eine Welt, die es so vielen schwer macht ihren Kurs zu bestimmen, gerade der Wissenschaft so wenig Bedeutung beigemessen wird, die zumindest versucht diese Wege aufzuzeigen. Ich weiß eine Landkarte ist kein Ratgeber für Lebenssituationen und ich verlange auch gar nicht, dass jeder der dies liest sofort rausgeht und die Welt mit anderen Augen sieht. Aber versucht mal zu zählen wie oft in der Woche ihr euch von einer Karte, einem Stadtplan oder lediglich einer Wegbeschreibung abhängig macht und stellt euch vor wie es wäre, wenn ihr dies nicht könntet.
Die heutige Moral stammt aus einem Buch das ich aktuell lese. "Die Karte meiner Träume" von Reif Larsen beschreibt die Reise eines Jungen der die Welt in Karten sieht und jede Kleinigkeit die ihm die Welt bietet illustriert und in Karten festhält. In diesem Buch gibt es eine Situation in der dieser Junge unter einem Tisch sitzt und die Rede eines älteren Herrn hört. Das Thema dieser Rede ist die Kartierung des Staates Nord-Dakota. Während dieser Rede sagt dieser Mann folgendes:
"Eine Karte ist mehr als nur Striche und Punkte. Sie verzeichnet nicht nur, sie erschließt und schafft Bedeutung, sie ist ein Brückenschlag zwischen Hier und Dort, zwischen scheinbar unvereinbaren Ideen die wir nie zuvor im Zusammenhang gesehen haben."
Lear
Montag, 15. November 2010
Der Lauf der Dinge
so gut wie sicher, das diesen Blog keiner mehr lesen wird, habe ich doch selbst 8 Monate gebraucht
um hier mal wieder vorbei zu schauen. Eine Alte Präsentationsweisheit lautet, seine geistigen Ergüsse stets kurz und knackig zu halten, also kann ich kaum erwarten meine wenigen treuen Leser mit einem alle 8 Monate stattfindenden Blog bei Laune zu halten. Ich überlege gerade ob ich einen Link bei Facebook einbringen soll und, um vielleicht ein paar Leute mehr anzulocken, mal wieder eine gewisse Regelmäßigkeit reinbringe. Einmal die Woche dürfte schon drin sein, aber ich bin mir nicht sicher ob es so viele sinnige Themen gibt. Warten wir es ab.
Der heutige Eintrag trägt den Titel:
"Der Lauf der Dinge"
Dieser Titel ist nicht sinnlos gewählt und schon gar nicht aus der Luft gegriffen. Es ist lediglich der Versuch die Ereignisse der letzten Wochen in einen Satz zu fassen. Adäquat wäre nun sicherlich ein Satz wie "Ich habe lange über diesen Titel nachgedacht" aber eigentlich ist er mir in den Schoß gefallen. Denn manchmal ist es recht einfach den kleinsten gemeinsamen Nenner zu finden und er scheint uns förmlich anzuspringen.
Also wie laufen die Dinge derzeit? Und genauso wie ich es nicht geschafft habe meinem Titel einen rein negativen oder rein positiven Unterton zu verleihen, so kann ich es auch nicht mit den einzelnen Ereignissen tun, die mein Leben in letzter Zeit bestimmen. Allerdings gilt auch hier, Ausnahmen bestätigen die Regeln.
An dieser Stelle meiner abendlichen Schreiberei komme ich in einen Gewissenskonflikt. Denn zum einen verspreche ich mit dem Titel einige Dinge aufzulisten, andererseits bin ich niemand der gerne aus dem Nähkästchen plaudert. Ich denke ich verrate nicht zu viel von mir selbst oder irgend jemandem den ich kenne, wenn ich sage, dass Verlust und Verlustangst in letzter Zeit allgegenwärtig sind. Dies erstreckt sich vom tatsächlichen Verlust geliebter Menschen und anderer Zeitgenossen bis hin zur Einsicht das nicht alles immer so ist wie es scheint. Letzteres kann natürlich auch tröstlich sein. Aber die Irritation über viele falsche Ansichten über die uns das Leben aufklärt kann schließlich auch zum Verlust des Vertrauens in die eigene Auffassungsgabe führen. Womit wir wieder bei Verlustangst wären. Verteufelt!
Der Trick bei diesen Ängsten ist letztendlich der, etwas Abstand zu nehmen. Menschen neigen grundsätzlich dazu, nur einem sehr kurzen Zeitraum ihre Beachtung zu schenken. Meistens handelt es sich dabei um das Jetzt und viele rühmen sich auch damit, einzig und allein im Jetzt zu leben. Es gibt da ein Sprichwort das mir hierzu einfällt:
"Das Gestern ist Geschichte. Das Morgen ist ein Mysterium. Das Heute ist ein Geschenk."
Und es gibt nichts was mich daran stört, mit Ausnahme der Tatsache, dass es viele Menschen gibt, die es meiner Meinung nach falsch deuten. Ich wäre der letzte der versucht jemandem seine Meinung aufzudrängen, aber ich würde stets versuchen sie zu erläutern. Ohne Frage ist jede Minute die wir haben, jede Stunde und jeder Tag, der aus diesen Minuten wird, ein Geschenk. Doch das Sprichwort scheint für viele Menschen festzulegen das lediglich das Heute wichtig ist. Doch gäbe es das Geschenk des Heute ohne die Geschichte von Gestern? Und ohne dieses Heute gäbe es da das Morgen? Könnten wir die Zukunft ohne die Geschichte genießen und wäre unser Gestern ohne das Morgen interessant?
Es ist wichtig über diese Dinge nachzudenken und darüber zu sprechen. Ich für meinen Teil schreibe sie mir von der Seele ohne die Möglichkeit zu vergessen, dass es ausser mir selbst, keiner mehr lesen wird. Aber was macht das schon? Wenn ich in ein paar Jahren zufällig entdecke, das dieser Blog in den weiten des Webs noch existiert, werde ich diesen Eintrag lesen und lächeln. Denn mit den Geschichten die ich erzähle, kommen die Erinnerungen. Und auch wenn sie nicht immer Positiv sind, sind sie doch ein Teil meines Gesterns.
Gegen Ende meiner Einträge, die ich ab heute versuche wöchentlich zu schreiben, versuche ich stets ein abschließendes Statement zu setzen. Oft werden es Dinge sein die große Männer und Frauen bereits vor mir gesagt haben, oft werden es eigene Kreationen sein. Heute ist es eine eigene Kreation, die viele Männer und Frauen bereits vor mir so, oder so ähnlich formuliert haben:
All die Ereignisse in unserem Leben die uns prägen, seien sie nun positiver oder negativer Natur, sind doch letztendlich Pflastersteine die uns den Weg ebnen. Der ein oder andere mag nicht allzu hübsch sein, und vielleicht erinnern wir uns auch nicht mehr genau daran wie die Steine aussehen, die wir vor einer ganzen Weile gelegt haben, aber wenn man sich am Ende des Weges umdreht, sich den Weg nochmal ansieht, den man hinter sich hat und nicht überwiegend des Bedauerns wegen weint, kann man das ganze schon als Sieg verbuchen.
Lear
Montag, 15. März 2010
Ein, zwei Sekunden
Wie an meinem letzten Blog zu erkennen war bin ich Musiker. Viele würden sagen: "Gar nicht, du bist Bassist" und für den ein oder anderen mag es nicht das gleiche sein, aber selbst wenn, so trage ich meinen Bass mit stolz. Wie auch immer, seit kurzem habe ich ein kleineres Akustik Projekt mit einem Freund, der schon lange Zeit mein Gitarrist erster Wahl ist. Wir haben schon die ein oder andere Band zusammen überlebt und spielen immer wieder gerne zusammen und da ich keine Namen nennen will gebe ich ihm für diesen Eintrag ruhig mal den Namen Drhdt (Die rechte Hand des Teufels).
Drhdt und ich waren also in unserem derzeitigen Proberaum und es lief wirklich gut. Da wir beide Studenten sind und gerade eine Klausurphase hinter uns hatten, hatten wir beide nicht die größte Zeit um zu Proben, aber unsere Songs liefen sehr gut. Und wie das so ist macht man hin und wieder eine kleine Pause. Als wir beide den Proberaum verließen, fiel durch einen Zufall der so noch nie vorgekommen war, die Tür zu.
An dieser Stelle wäre jetzt zu erwähnen das die Schlüssel zu selbigem noch INNEN lagen und die Tür nur mithilfe desselbigen zu öffnen war.
Die Fluchworte die dieser Aktion folgten, kann ich nicht rezitieren da ich glaube das ich nur einmal ein so tiefes Tor zur Hölle öffnen möchte. Belassen wir es einfach dabei, das jede Nonne sofort vom Glauben abgefallen wäre.
Spaßigerweise lagen natürlich Drhdt's und mein Handy, sowie seine Autoschlüssel auf unseren Jacken... IM Proberaum... und lediglich meine Autoschlüssel hatte ich zufälligerweise in der Tasche.
Es folgte eine Tour die in ihrer Gesamtheit wohl 2 Stunden und eine Fahrt über 100 km entsprach um an einen Ersatzschlüssel zu kommen, in dessen Zuge wir fast ein Baby aufweckten, fast die Polizei auf uns gehetzt wurde und der Drang sich zu betrinken bis ins unermessliche anstieg.
Durch zwei Sekunden in denen wir nicht auf die Tür geachtet hatten wurde uns der ganze Abend versaut, der schon so schön begonnen hatte.
Daraus lässt sich zumindest schließen, das das letzte aller Naturgesetze auf das man sich wirklich noch verlassen kann, Murphys gesetzt ist laut dem alles was schiefgehen kann schiefgeht.
Und als Schlussbemerkung:
"Wenn sich eine Tür schließt öffnet sich dafür ein fenster".... Vielleicht sollten wir ein Fenster einbauen lassen.
Euer Lear
Dienstag, 17. November 2009
Ein vollkommener Moment
Wie es der Zufall so will, fand ich heute morgen, noch bevor ich mich auf den Weg in die Hochschule machte, den Grundstein für einen neuen Eintrag. Aus irgendeinem Grund, den ich jetzt zu so später Stunde und nach so viel wissenschaftlichem Arbeiten nicht mehr komplett zusammenbekomme, dachte ich über Momente nach, an die ich mich auch in 40 oder 50 Jahren, man weiss ja nie wie lange man durchhalten muss, gerne zurückerinnern werde. Momente die einfach so vollkommen sind, dass man, wann immer ein Artverwandtes Thema angeschnitten wird, sofort daran denken muss.
Einer dieser Momente drängte sich mir förmlich auf und ich frage mich, wie ich erst jetzt wieder daran denken konnte. Vor ca. 4 Wochen hatte ich mir einen neuen Bass gekauft, bestellt im Internet. Jeder Musiker wird mir beipflichten, was für ein einmaliges Gefühl es ist, ein neues Instrument in Händen zu halten. Man fühlt quasi, welche Melodien und Rhytmen man diesem
Gerät noch entlocken wird und jeden zukünftigen Ton. Ein Gefühl das sich wohl mit am Besten damit vergleichen lässt, wenn ein Maler auf eine leere Leinwand schaut und sich all die Dinge vorstellt, die damit anstellen kann.
Für Musiker kann es nur einen schöneren Moment als diesen geben. Denn nur ein Instrument, bleibt uns wirklich für Immer im Gedächtnis und begleitet uns, wenn auch oft nur in Gedanken, unser Leben lang. Jenes Instrument, das von Anfang an dabei war. Jenes Instrument das vor allen andern war.
Ich erinnere mich sehr genau an den Tag, es war im Sommer 2004 und ich noch auf der Berufsschule. Die zwei schönsten Schuljahre meines lebens lagen teilweise hinter, aber größtenteils noch vor mir. Und ich hatte ein altes Verlangen wiederentdeckt. Das Verlangen Musik zu machen. Einige Jahre zuvor hatte ich dieses Verlangen tief vergraben, da ich mir mit meinem Austritt aus der Musikschule selbst bescheinigte, wie unmusikalisch ich bin. Doch jetzt, wo ich älter und reifer war, keimte dieses Bedürfnis erneut in mir auf.
Ich war 16, fast 17 und wie die meisten jungen Männer in diesem Alter, wollte ich Gitarre spielen lernen. Ein Instrument das so, verzeiht den Wortwitz, vielsaitig war, das ich lernen wollte darauf zu spielen. So schnappte ich mir eines Tages in der Mittagspause zwei Freunde, die zwar auf der gleichen Schule waren, allerdings zu einer anderen Fachrichtung als ich gehörte. K. war damals schon einer meinen besten freunde und ist es bis heute. A. habe ich seit der Berufsschule nie wieder gesehen.
Ich weiss nicht mehr ob ich die beiden, oder die beiden mich überredet hatten, an diesem Mittag in die Stadt zu gehen um dort in einem bekannten Laden für Instrumente die Zeit totzuschlagen. Ich weiss nur, dass in mir die Absicht verankert war, mir eine Gitarre auszusuchen um sie mir später zu kaufen. Kaum hatte ich den Bereich für E-Gitarren allerdings betreten, war ich überhaupt nichtmehr an diesen interessiert. Ein weniger besaitetes Instrument hatte mich völlig eingenommen. Ein E-Bass, der an der Wand in einem Gestell hing, schien mir zuzuzwinkern, mich anzulächeln. Ich weiss noch genau, das ich K. fragen musste was das denn sei, er hatte wesentlich mehr Ahnung als ich, aber ich finde es im Nachhinein schon recht peinlich, das ich damals nicht wusste was ein E-Bass ist. Aber das Instrument mit den 4 Saiten schien mich weiterhin anzugrinsen und ich wusste einfach, das ich nicht für eine Gitarre geschaffen war. Nennt es spinnerei, aber ich glaube in diesem Moment, erwachte der Bassist in mir.
Unglücklicherweise, hatte ich nicht nur mir mein mangelndes Verständnis der Musik bescheinigt, indem ich die Musikschule verlassen hatte, sondern auch meinen Eltern. Der Bass den ich mir ausgesucht hatte, ein Kobaltblauer Bass von Ibanez, nur für Einsteiger geeignet aber immernoch eine schönheit, kostete stolze 300 Euro, was für einen Schüler ohne Job eine Menge Geld ist, auch dann noch, wenn der Verstärker schon mit inbegriffen war. Meine Eltern wollten kein Geld für etwas ausgeben, das ich vielleicht in 2 Wochen schon wieder in die Ecke stellen würde, aus frust nicht schnell genug vorran zu kommen vielleicht, oder aus irgendwelchen anderen Gründen die man mit der ehrlichen Aussage, das man sich zu etwas berufen fühle nicht einfach negieren konnte.
K. musste gesehen haben was in mir vorgegangen war, als ich den Bass in dem Laden wie hypnotisiert angesehen hatte. Ich glaube, er musste an sein erstes Instrument denken und wie vollkommen es gewesen war, es in Händen zu halten.
Ich verdanke es K. und all den Leuten die damals dazu bereit waren zusammen zu legen um mir die kobaltblaue Schönheit zu schenken. Jener 4 saitige Einsteigerbass, den ich trotz der fortschritte und der neuen Instrumente die ich inzwischen mein Eigen nenne, auch in 50 Jahren noch in die Hand nehmen und an jenen Sommer im Jahr 2004 denken werde. Der Bass, der mir das Geschenk der Musik wiedergebracht hatte, das mich seit dem immer wieder zum lächeln bringt und mir die kreativsten Ausbrüche beschehrt hat.
Jeder Musiker gibt seinen Instrumenten Namen. Nicht jeder wird das zugeben, oder den Namen seines laut aussprechen, aber wir tun es alle.
Die viersaitige Schönheit, hat den besten Namen erhalten, den man sich für sie vorstellen kann.
Friendship.
Ich weiss nicht, wie mein Leben ohne sie ausgesehen hätte.
Montag, 28. September 2009
Eigentlich habe ich ja anderes zu tun...
einen Wissenschaftlichen Bericht zu schreiben. Kaum vorstellbar!
20 Sekunden existiert dieser Blog während ich die aktuelle Zeile tippe und schon starre ich ungläubig auf den Titel. "Lügen des Lebens".
Nein ich studiere keine Geisteswissenschaften, nichteinmal Naturwissenschaften, aber ich denke manche Tatsachen sind auch für Ingenieurswissenschaftler relativ einsichtig.
Für meinen ersten Eintrag sitze ich nach diesem kurzen Absatz trotzdem schon seit 10 Minuten hier und überlege, was wohl ein adäquates Thema wäre, um meine Jungfräulichkeit aufzugeben.
Doch da fällt mir spontan ein Gespräch ein, das ich irgendwann heute Mittag mit einer guten Freundin geführt habe. Um das Thema ungefähr zu umreissen :"Bin ich trotzdem verliebt auch wenn ich nicht durch eine Rosa Brille schaue, Häschen beim Geschlechtsakt sehe, oder Bienen dabei beobachte, wie sie Tulpen sexuell belästigen?"
Gut, vielleicht etwas dick aufgetragen, aber die größte Lüge des Lebens ist nach wie vor, das der Mensch ein Minimalist ist.
Also gehen wir dieses Thema mal an, ohne die Häschen beim kopulieren zu stören. (Fällt es euch übrigens auch so schwer das Wort Häschen zu betrachten ohne das SCH als solches zu lesen? Vielleicht behandle ich das ein andernmal.)
Ich für meinen Teil habe meine rosa Brille bereits schon lange zum Altglas gebracht. Das erwies sich schon als schwierig genug, allerdings nur weil ich mich nicht entscheiden konnte ob ich sie im grünen, braunen oder weissen Kontainer entsorgen soll. Ich bin auch kein Pessimist weil ich das so sage, nein, vielmehr habe ich das getan aus dem einfachen Grund, die rosa Brille ist einfach zu nichts gut. Der UV-Schutz ist mehr als ungenügend, sie passt nicht zu meinem Bart und vor allem lenkt sie von den Dingen ab, die an einem Menschen wirklich wichtig sind.
Eine der größten Lüge des Lebens ist das Wort "Perfekt" in dem Begriff "Perfekter Partner".
Lasst mich eine Warnung aussprechen an die Jungen Männer und Frauen die vielleicht in Verlegenheit kommen diesen Blog zu lesen:
Perfekter Partner heisst NICHT "Oh mein Gott er hat überhaupt keine Fehler und ich liebe ihn so sehr das ich platzen möchte." Das beste was euch in diesem Fall passieren kann ist, das ihr tatsächlich platzt.
Der Perfekte Partner ist nämlich der, der ohne rosa Brille euer Herz erobert. Ein Mensch, der mit all seinen Macken, Fehlern und Sprüngen die er in der Schüssel hat euch ins tiefe Unglück stürzt wenn ihr daran denkt, ihn nicht lieben zu dürfen.
Das schlimme ist, irgendwann merkt man das. Im besten Fall früh genug um sich nicht in einer Beziehung wieder zu finden, die einem ohne die Brille, deren Farbe ich nun nicht nochmal erwähne weil inzwischen jeder wissen sollte welche das ist, aussieht wie etwas, das man zu Weihnachten bekommen hat und sich nur überlegt wie man die elegante Frage "Du hast nicht zufällig noch die Rechnung dafür?" unterbringt.
Ich denke ich habe für meinen ersten Eintrag jetzt genug gesammelt, könnte mir aber vorstellen, dass dieses Thema bei Gelegenheit wieder aufgegriffen wird.
Als Abschlussfazit möchte ich die Kernfrage dieses Blogs gerne mit einer direkten Antwort belohnen. Lasst sie mich nocheinmal wiederholen, um vorzubeugen das ein weniger Intelligenter Mensch verwirrt sein könnte.
Frage:"Bin ich trotzdem verliebt auch wenn ich nicht durch eine Rosa Brille schaue, Häschen beim Geschlechtsakt sehe, oder Bienen dabei beobachte, wie sie Tulpen sexuell belästigen?"
Antwort: "Doch, kann schon sein, denn wenn du nur durch eine Rosa brille schaust, bist du im Bestenfall verknallt, aber eigentlich suchst du nur Zuneigung und Nähe und die rosa Brille lässt das für dich Perfekt aussehen, was besser eine gute Freundschaft geblieben wäre."
Euer Lear